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28.10.2017

Posthume Ehrung für Klimavorkämpfer Tony de Brum

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks überreicht DBU-Ehrenpreis an Tochter des verstorbenen Preisträgers.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks überreicht DBU-Ehrenpreis an Tochter des verstorbenen Preisträgers

Der kürzlich verstorbene frühere Außenminister der Marshall-Inseln, Tony de Brum, wird am Sonntag, den 29. Oktober 2017 in Braunschweig posthum mit dem Ehrenpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt ausgezeichnet. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks überreicht den mit 10.000 Euro dotierten Preis an die Tochter des unermüdlichen Klimavorkämpfers. Wichtigste Themen für de Brums Engagement waren stets der Klimawandel, der die Marshallinseln durch den Anstieg des Meeresspiegels existenziell bedroht, sowie die nukleare Abrüstung. Tony de Brum erhielt zusammen mit dem Volk der Marshall-Inseln 2015 den Right Livelihood Award, auch bekannt als "alternativer Nobelpreis". Bei der 21. UN-Klimakonferenz Mitte Dezember 2015 in Paris war es seiner Initiative und seinem Engagement zu verdanken, dass eine "Koalition der Ehrgeizigen" (High Ambition Coalition) zwischen Entwicklungs-, Schwellen und Industriestaaten maßgeblich zum Erfolg der Klimakonferenz und dem Abkommen von Paris beitrug.

Hendricks: "Als ich im August vom Tod Tony de Brums erfahren habe, hat mich das tief getroffen. Tony und mich verbindet eine gemeinsame Geschichte. Wir haben beide zusammen dafür gekämpft, ein verbindliches Klimaabkommen zu verabschieden, das alle Länder einbezieht. Und wir hatten Erfolg! Es hätte ihn sicherlich sehr gefreut, die erste COP-Präsidentschaft eines kleinen Inselstaates mitzuerleben. Es ist Deutschland eine besondere Ehre, die COP-Präsidentschaft Fidschis als technischer Gastgeber auszurichten und somit Tonys Erbe fortzuführen."

2013 kritisierte Tony de Brum den UN-Sicherheitsrat dafür, dass er sich im Kampf gegen den Klimawandel für unzuständig erklärt hatte. Ein Jahr später klagte er als Außenminister vor dem Internationalen Gerichtshof gegen alle neun Atomwaffenstaaten: Sie waren ihren im Atomwaffensperrvertrag vereinbarten Abrüstungspflichten nicht zur Genüge nachgekommen. Er war auch maßgeblich daran beteiligt, dass sich die pazifischen Inselstaaten zu konkreten Klimaschutzmaßnahmen verpflichtet haben. An den kleinen Inselstaaten sehen wir schon heute, was für die ganze Welt gilt: Der Klimawandel ist eine existenzielle Bedrohung für die Menschheit.

Der Deutsche Umweltpreis

Der Vorschlag, Tony de Brum für eine Auszeichnung bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt vorzuschlagen, geht auf eine Initiative der Kuratoriumsvorsitzenden und Parlamentarischen Staatssekretärin Frau Schwarzelühr-Sutter zurück. Damit sollen der Mut und die Beharrlichkeit von Tony de Brum gewürdigt werden.

28.10.2017 | Pressemitteilung Nr. 343/17 | Internationale Umweltpolitik