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06.11.2017

Eröffnungsrede zur 23. Weltklimakonferenz

Barbara Hendricks hält eine Eröffnungsrede bei der 23. Weltklimakonferenz in Bonn.

– Es gilt das gesprochene Wort –

Premierminister Bainimarama,
Präsident der COP 23,
Sehr geehrte Frau Exekutivsekretärin,
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister der Stadt Bonn,
Exzellenzen,
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
meine Damen und Herren,

Bua Vinaka! Ein ganz herzliches Willkommen Ihnen allen in Bonn.

Als jemand, der aus dieser Region kommt, kann ich Ihnen sagen, dass die Bonnerinnen und Bonner sehr stolz sind, Sie alle hier zu haben.

Dank der Präsenz des UN-Klimasekretariats wird Bonn immer mehr zu einer globalen Klimahauptstadt und zu einem internationalen Zentrum für Nachhaltigkeit.

Deutschland und ganz besonders die Stadt Bonn freuen sich, in den kommenden zwei Wochen Ihre Gastgeber sein zu dürfen.

Ich hoffe sehr, dass Sie sich hier wohl fühlen werden und wir werden alles dafür tun, damit dies gelingt.

Es ist ein wichtiges Signal, dass Fidschi den Vorsitz dieser Klimakonferenz hat. Sehr geehrter Herr Premierminister, lieber Frank Bainimarama, zwischen Fidschi und Deutschland hat sich in den letzten Monaten nicht nur eine enge Zusammenarbeit ergeben, sondern zwischen unseren Teams ist eine echte Freundschaft entstanden. Dafür und für das Engagement Ihres Landes, ja auch für Ihr ganz persönliches Engagement möchte ich Ihnen sehr herzlich danken! Erstmals leitet nun ein kleiner Inselstaat eine Klimakonferenz, der gleichzeitig ein Repräsentant der besonders verwundbaren Staaten ist.

Die Lage in diesen Staaten muss noch viel stärker in den Fokus der Weltöffentlichkeit gelangen, und wir alle müssen die Präsidentschaft Fidschis dabei unterstützen. Es gibt eine Art "No-Go-Zone für die Menschheit". Und diese No-Go-Zone betreten wir, wenn wir die in Paris festgelegte Temperatur-Obergrenze missachten.

Wir haben uns in Paris darauf geeinigt, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad, möglichst auf 1,5 Grad, zu begrenzen. Das muss die Summe unserer nationalen Klimaschutzbeiträge gewährleisten. Tatsächlich ist das bisher noch nicht der Fall. Weltweit, in allen Ländern müssen wir unsere Anstrengungen erhöhen, die zugesagten nationalen Klimaschutzziele zu erreichen und darüber hinaus diese Ziele weiter zu verschärfen.

Der Abschied von der fossilen Wirtschaftsweise ist überall auf der Welt schwierig. Und ich weiß, wovon ich da rede. Aber er muss beherzt beschritten werden, sonst werden wir unsere Erde weiter überhitzen.

Im August ist Tony de Brum gestorben. Viele von uns haben ihn als Freund bezeichnet. Ich auch. Er war ein leuchtendes Vorbild für ein gemeinsames Engagement für die Bewahrung eines lebenswerten Planeten. Er hat in Paris die High-Ambition-Coalition geschmiedet und angeführt, weil er wusste, dass der Klimawandel in vielen Regionen der Welt, großes Elend auslösen wird. So wie in Paris, als wir gemeinsam untergehakt, in die Konferenz eingezogen sind, so müssen wir auch weiterhin zusammenstehen und den Worten Taten folgen lassen.

In den kommenden zwei Wochen werden wir verhandeln, aber nicht nur das. Die COP bietet eine Plattform für unzählige Akteure, die zeigen werden, dass Treibhausgasminderungen und die Transformation hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft schon heute in vollem Gange sind.

Dafür haben wir zwei Zonen eingerichtet: die Bula Zone, in der die Verhandlungen stattfinden, und die Bonn Zone, in der Projekte im Rahmen des Marrakech Partnership for Global Climate Action vorgestellt, in der Side Events stattfinden und in der Ausstellungen gezeigt werden.

Die zwei Zonen haben wir auch deshalb gemacht, weil wir so viel mehr zivilgesellschaftliche Akteure einladen konnten, als dies bisher auf den COPs möglich war.

Bei dem Konzept konnten wir im Übrigen vom reichen Erfahrungsschatz des UN-Klimasekretariats profitieren – ganz herzlichen Dank an Patricia Espinosa und ihr wunderbares Team für die konstruktive Zusammenarbeit.

Diese COP muss wichtige Fortschritte bei der Umsetzung des Klimaabkommens bringen. Wir sollten uns dabei von den großen Linien leiten lassen:

Erstens: Der Klimawandel ist wissenschaftlich bewiesen. Die Konsequenzen sind bereits heute deutlich zu spüren. Der Klimawandel bedroht unsere Lebensgrundlagen in manchen Ländern sogar existenziell
Zweitens: Das Übereinkommen von Paris ist unumkehrbar. Wir müssen alles daran setzen, es nun umzusetzen. Dazu bleibt uns nicht mehr viel Zeit.
Drittens: Jeder Dollar, den wir jetzt für Klimaschutz ausgeben, zahlt sich in sauberer Luft, in Gesundheit und in neuen wirtschaftlichen und sozialen Chancen für die Zukunft unserer Länder aus. Wir können – ich meine wir müssen – eine Welt organisieren, in der unsere Kinder und Enkel ein gutes Leben führen können

Die Begrenzung der Treibhausgasemissionen ist eine zentrale Zukunftsaufgabe. Aber auch wenn wir diese gut zusammen meistern, wird der Klimawandel nicht gänzlich aufzuhalten sein. Dies erfordert in vielen Ländern Anpassungsmaßnahmen und deshalb ist im Pariser Abkommen, Klimaanpassung die gleichbedeutende zweite Säule. Deutschland hat sich hier in der Vergangenheit schon sehr engagiert. Und wir werden es weiter tun. Es ist mir deshalb eine Freude mitzuteilen, dass wir den Anpassungsfonds auch in diesem Jahr wieder unterstützen, indem wir zusätzlich 50 Millionen Euro in den Fonds einzahlen.

Ich wünsche uns nun allen viel Erfolg und Ihnen einen guten Aufenthalt hier in Bonn. Vielen Dank!

06.11.2017 | Rede Dr. Barbara Hendricks | Bonn