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12.07.2017

Grußwort von Dr. Barbara Hendricks zum Festakt "Halbzeit" der Sanierungsmaßnahmen am Michaelsberg in Bamberg

Dr. Barbara Hendricks hält zum Festakt "Halbzeit" der Sanierungsmaßnahmen an der ehemaligen Klosteranlage St. Michael in Bamberg ein Grußwort.

– Es gilt das gesprochene Wort –

Erzbischof Dr. Ludwig Schick,
Heidrun Piwernetz,
Andreas Starke,
Kollegen aus dem Bundestag,
Damen und Herren,

herzlichen Dank für die Einladung zu diesem Festakt. Ich freue mich sehr, heute erneut im ehemaligen Benediktiner-Kloster sein zu können. Durfte ich doch schon vor zwei Jahren anlässlich der 1.000-Jahr Feier des Klosters Ihr Gast sein.

Es ist spannend und beeindruckend, die Fortschritte zu sehen, und dieser wundervolle Ort ist es wert, auch zweimal während einer Legislaturperiode besucht zu werden.

Wir haben uns mit diesem herausragenden Projekt des Städtebaus aber durchaus noch öfter beschäftigt.

So konnte ich im Januar des letzten Jahres Herrn Oberbürgermeister Starke in Berlin die Förderurkunde für das Projekt überreichen. Und im September haben Sie dann von meinem Staatssekretär Florian Pronold die Programmplakette erhalten.

Und heute bin ich hier, um mich vor Ort über den erfolgreichen Fortgang der Sanierungsarbeiten zu überzeugen.

Nicht nur, aber gerade in Wahljahren, sollen wir Rechenschaft ablegen, dass mit den Steuergeldern Sinnvolles geschehen ist.

Die Klosteranlage St. Michael ist als Teil des UNESCO-Welterbes "Altstadt von Bamberg" eines der wichtigsten Denkmäler von nationaler und internationaler Bedeutung.

Als außergewöhnliches Zeugnis unserer Kultur verkörpert sie eine tausendjährige Geschichte.

Eintausend Jahre – da tut uns Demut gut. Man muss sich nur vorstellen, welche bauliche und technische Leistung das im 11. Jahrhundert war, und welche Leistung es ist, die Geschichte, den Bau, die Kultur heute zu erhalten, zu bewahren.

Die historische Altstadt Bamberg – die auch durch ein von Hans-Jochen Vogel als Bauminister in den 1970er Jahren aufgelegtes Programm so gut erhalten ist – findet sich seit 1993 auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes.

Mehr als 2.000 Architekturdenkmäler bilden den historischen Stadtkern. Die Dichte und der Umfang der historischen Substanz sind einmalig in Deutschland. Das macht Bamberg so herausragend.

Wir alle schätzen uns glücklich, dass das Bild dieser Stadt bis heute geschlossen erhalten ist und dass wir Bamberg an vielen Stellen immer noch so erleben dürfen, wie sie einst Abt Gerhard von Seeon im 11. Jahrhundert beschrieben hat – als das "neue Rom" – er nannte es sogar "die Hauptstadt der Welt".

Uns muss es aber gleichzeitig darum gehen, aus Weltkulturerbe-Stätten und wunderschönen Altstädten keine Museen zu machen, auch kein Disney-Land.

Auch alte Städte sollen lebendige Orte sein mit einer lebendigen Kultur.

Nun muss ich das "lebendig" vermutlich in Bamberg nicht besonders betonen, einer Stadt, die den Spitznamen "Freak City" trägt. In diesem Zusammenhang und nur nebenbei: Glückwunsch an Brose Bamberg zum erneuten Meistertitel im Basketball!

"Lebendige Stadt" beschreibt gleichzeitig die städtebauliche Herausforderung zwischen so unterschiedlichen Themen wie Denkmalschutz und Klimaschutz, die Stadt lebenswert erhalten, den sozialen Zusammenhalt stärken und für ausreichend bezahlbaren Wohnraum sorgen.

Das wertvolle Erbe berührt - über die Denkmalpflege hinaus - eben viele andere Bereiche.

Und angesichts der sich ständig verändernden Bedürfnisse und Aufgaben müssen sich unsere Kommunen permanent weiterentwickeln und anpassen.

Lieber Andreas Starke, Du weißt sehr genau, wovon ich hier spreche.

Sich verändern müssen und gleichzeitig das kulturelle Erbe bewahren, das ist wahrlich nicht trivial. Deshalb habe ich großen Respekt vor den vielen Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern in unserem Land, den Stadtparlamenten und -verwaltungen.

Und daher, meine Damen und Herren, wird die Bundesregierung die Kommunen auch weiterhin bei diesen Herausforderungen tatkräftig unterstützen. Uns liegt sehr viel daran, den Kommunen auch bei einer denkmalverträglichen Stadtentwicklung zu helfen.

Diese Bundesregierung hat die Kommunen in den letzten vier Jahren so stark entlastet und gefördert, wie keine Regierung zuvor. Das gilt gerade auch für die Förderprogramme des Städtebaus, die inzwischen auf einem Rekordniveau sind.

So konnten wir die Sicherung und Sanierung der Klosteranlage St. Michael mit etwa 2,8 Millionen Euro aus einem Sonderprogramm für Weltkulturerbestätten unterstützen.

2014 haben wir ein neues Bundesprogramm aufgelegt, mit dem wir herausragende Projekte des Städtebaus mit nationaler Bedeutung fördern.

Vier Programmaufrufe sind gestartet. 108 Projekte aus 86 Städten und Gemeinden wurden in das Programm aufgenommen. Dafür stellen wir bis 2021 gut 300 Millionen Euro bereit.

Eines der "Premium-Projekte" ist die Klosteranlage St. Michael, die eine interdisziplinär besetzte Expertenjury unter Vorsitz meines Staatssekretärs Florian Pronold empfohlen hat.

Ich bin diesem Votum sehr gern gefolgt.

Und es freut mich sehr, dass wir die Klostersanierung und das dazugehörige Informationszentrum im Zeitraum 2016 bis 2018 mit 5,4 Millionen Euro unterstützen können, und zwar aus unserem Programm "Nationale Projekte des Städtebaus".

St. Michael ist ein ausgezeichnetes Beispiel für die von uns verfolgten Ziele:

Denn wir fördern investive und konzeptionelle Maßnahmen, die eine besondere nationale Wahrnehmbarkeit und Qualität haben.

Unser Programm ist inhaltlich breit aufgestellt, um verschiedenste städtebauliche Projekte berücksichtigen zu können. Wir wollen damit deutliche Impulse für die Kommune, die Region oder die Stadtentwicklung insgesamt auslösen.

Unsere Förderung löst regelmäßig hohe städtebauliche Gesamtinvestitionen aus.

Sie ist damit ein erheblicher Wirtschaftsfaktor – mit dem erwünschten Nebeneffekt, dass die regionale Bauwirtschaft, das örtliche Handwerk und dann auch der Tourismus von den Investitionen in das historische Erbe profitieren.

Mein Anliegen ist es, die Städtebauförderung mit all ihren unterschiedlichen Ansätzen und Schwerpunkten auch in der nächsten Legislaturperiode auf hohem Niveau fortsetzen zu können.

Mit Andreas Schwarz und Thomas Silberhorn gibt es engagierte Abgeordnete in Berlin, die auch im nächsten Bundestag darauf achten werden, dass Bamberg bei der Städtebauförderung weiterhin zum Zug kommt.

Die gigantische Resonanz auf unsere Projektaufrufe hat mir nochmal deutlich gemacht, welch großes Potenzial es in unseren Städten und Gemeinden für Maßnahmen gibt, die weit über die jeweilige Region hinauswirken.

Sie tragen dazu bei, dass sich die Menschen mit ihrer Heimatstadt noch besser identifizieren und gerne dort leben.

Für die weiteren Bau- und Sanierungsarbeiten wünsche ich Ihnen viel Glück und Segen und natürlich ein gutes und unfallfreies Gelingen.

Der Erhalt dieses einzigartigen Erbes für künftige Generationen ist Ihr Werk.

Vielen Dank, auch dafür.

Vielen Dank an alle, die mit Herz und Verstand, mit Leidenschaft und Spendenbereitschaft treue Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter unserer Welterbestätten sind.

12.07.2017 | Rede Dr. Barbara Hendricks | Bamberg