BMUB Website

Navigation

Von hier aus koennen Sie direkt zu folgenden Bereichen springen:

  • Home
  • Presse
  • Reden
  • Rede von Dr. Barbara Hendricks anlässlich der Verleihung des Deutschen Nachhaltigkeitspreises 2016 an UN-Generalsekretär...
https://www.bmub.bund.de/RE200
22.09.2016

Rede von Dr. Barbara Hendricks anlässlich der Verleihung des Deutschen Nachhaltigkeitspreises 2016 an UN-Generalsekretär Ban Ki-moon

Rede von Dr. Barbara Hendricks anlässlich der Verleihung des Deutschen Nachhaltigkeitspreises 2016 an UN-Generalsekretär Ban Ki-moon

– Es gilt das gesprochene Wort –

Exzellenz, verehrter Herr Generalsekretär der Vereinten Nationen Ban Ki-moon, Damen und Herren,

es ist mir eine Ehre und große Freude, Sie anlässlich des Deutschen Nachhaltigkeitspreises 2016, der Ihnen heute verliehen wird, hier in Deutschland willkommen zu heißen.

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis will nachhaltiges Handeln in den Mittelpunkt rücken. Dieses Handeln zieht sich wie ein roter Faden durch das Wirken unseres Preisträgers.

Schon kurz nach Ihrem Amtsantritt als UN-Generalsekretär 2007 haben Sie den Klimawandel als "die bestimmende Herausforderung unserer Zeit" benannt.

Eine Ihrer ersten Initiativen führte noch im selben Jahr zu einem UN-Gipfel zu diesem Thema. Ein Beitrag, durch den der Klimawandel ganz oben auf die globale Agenda gerückt wurde.

Er hat deutlich gemacht, dass für wirksamen Klimaschutz die Zusammenarbeit aller Staaten der Welt notwendig ist.  

Sehr geehrter Herr Generalsekretär,

in Ihre Amtszeit fällt der Beschluss der 2030-Agenda, über die sogenannten Sustainable Development Goals.

Die SDGs sind eine Vision und zugleich eine Anleitung für eine Zukunft in Frieden und Wohlstand auf einem gesunden Planeten.

Die Agenda ist der ehrgeizigste Plan, der jemals gegen die Armut und gegen die Zerstörung unseres Planeten aufgestellt worden ist. Sie beschreibt die Welt, so wie sie sein sollte.

Die Staaten der Welt haben sich einstimmig auf diese 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung bis 2030 verständigt.

Wir haben damit hoffentlich das Fundament für eine gute Zukunft gelegt.

Sie haben dabei früh erkannt, dass die Zivilgesellschaften eingebunden werden müssen. Es reicht eben nicht, wenn Regierungen Beschlüsse fassen – es geht nur im gesamtgesellschaftlichen Dialog. Auch dieser Teil der SDGs ist Ihr Verdienst.  

Meine Damen und Herren,

mit der 2030-Agenda hat die Staatengemeinschaft so etwas wie einen globalen Gesellschaftsvertrag geschlossen.

Auch wir werden daran gemessen, ob wir dazu beitragen.

Und Deutschland möchte seinen Teil zum Gelingen beitragen, wenn wir im nächsten Jahr die G20-Präsidentschaft übernehmen.

Wir wollen uns dafür einsetzen, dass die SDGs über Ihre Amtszeit hinaus, verehrter Herr Generalsekretär, ganz oben auf der internationalen Tagesordnung bleiben.

Sehr geehrter Herr Generalsekretär,

Ihre Verdienste um die Nachhaltigkeit können nur gewürdigt werden, wenn auch das historische Pariser Klimaübereinkommen gewürdigt wird.

Das Jahr 2015 hatte ja gleich zwei internationale Höhepunkte: im September die Verabschiedung der 2030-Agenda und im Dezember dann die Einigung von Paris.

Kein Generalsekretär vor Ihnen konnte im Laufe seiner Amtszeit zwei derart bedeutende Gipfelergebnisse verzeichnen. Und wir alle wissen, dass Sie persönlich am Gelingen beider Gipfel einen großen Anteil hatten.

Auch in Paris ging es um nichts weniger, als um die Einsicht, dass wir unseren Planeten nicht über seine Grenzen hinweg belasten dürfen.

Und nur so werden wir auf Dauer Frieden und Gerechtigkeit erreichen können.

Dass sich die Staatengemeinschaft darauf einigen konnte, ist gerade in diesen Zeiten äußerst bemerkenswert und es stärkt die Hoffnung, dass die Staatengemeinschaft auch bei anderen globalen Herausforderungen mit einer Stimme sprechen kann.

Sie haben während der Verhandlungen niemals nachgelassen, für ambitionierte Ergebnisse einzutreten, Koalitionen herzustellen und dort nachzuhelfen, wo es klemmte.

Sie haben – mit einem beeindruckenden Durchhaltevermögen – an die Staaten appelliert, nicht nur an das eigene Wohl, sondern an das Gemeinwohl zu denken – und das mit Erfolg.

Sie sind in Ihrer gesamten Amtszeit immer vorangegangen und haben die anderen auf den Weg in eine bessere Zukunft mitgenommen.

Ihre Beharrlichkeit und Ihre Aufrichtigkeit haben diese beiden bedeutenden Abkommen zum Erfolg geführt.

Dafür sind wir Ihnen alle unendlich dankbar und können Sie zu Ihrem erfolgreichen Wirken nur von ganzem Herzen beglückwünschen.

Noch vor wenigen Wochen haben Sie, verehrter Herr Generalsekretär, sich zuversichtlich geäußert, dass das Pariser Übereinkommen in Kraft sein wird, bevor Sie Ende des Jahres aus dem Amt scheiden. Heute wissen wir, dass Ihre Zuversicht in Erfüllung geht!

Deutschland hat seinen Beitrag dazu geleistet. Vor zwei Wochen hat unser Parlament dem Gesetz zur Ratifizierung des Pariser Klimaübereinkommens zugestimmt.

Nun stehen wir vor der großen Aufgabe, die erreichten Ergebnisse umzusetzen und die nächsten Schritte vorzubereiten.

Mein Ministerium hat einen Klimaschutzplan 2050 vorgelegt. Er soll uns dabei helfen, bis zur Mitte des Jahrhunderts die weitgehende Treibhausgasneutralität unserer Volkswirtschaft zu erreichen.

Der Weg dorthin gleicht einem gewaltigen Modernisierungsprogramm für unsere Volkswirtschaft.

Mit unserer Nachhaltigkeitsstrategie, unserem Ressourceneffizienzprogramm und der Energiewende ist Deutschland ein Vorreiter für Nachhaltigkeit geworden.

Im vergangenen Monat haben wir ein "Integriertes Umweltprogramm 2030" vorgelegt.

Es enthält Vorschläge für notwendige Veränderungen in Schlüsselbereichen wie Landwirtschaft, Verkehr, Ressourcennutzung und im Konsum.

Die Übernutzung von endlichen Ressourcen durch Wenige zu Lasten von Vielen berührt eine fundamentale Gerechtigkeitsfrage in unserer einen Welt.

Sehr geehrter Herr Generalsekretär,

Sie haben Ihren Einsatz gegen den Klimawandel einmal damit begründet, dass Sie wie jeder Großvater wollen, dass ihre Enkel die Schönheit und Großartigkeit eines intakten Planeten erleben können.

Gleichzeitig haben Sie betont, dass Sie als oberster Repräsentant der Vereinten Nationen den Kampf gegen den Klimawandel zur Priorität gemacht haben, weil kein Land allein dieser Herausforderung gewachsen ist.

"Der Klimawandel hat keinen Reisepass", haben Sie dazu treffend gesagt.

Der Klimawandel ist eine Bedrohung für den Frieden, für das Leben und für unsere Existenz. Die Vereinten Nationen sind und bleiben der beste Ort, um auf diese globale Frage die richtige Antwort zu geben.

In Paris wurde die Tatsache unterstrichen, dass jedes Land seinen Beitrag leisten muss. Und so ist Paris auch ein historischer Erfolg des Multilateralismus.

Verehrter Herr Generalsekretär,

Sie haben dem Kampf gegen den Klimawandel und für eine nachhaltigere, gerechtere und friedlichere Welt ein Gesicht und eine Stimme gegeben. Sie haben die Welt in diesen existenziellen Fragen geeint!

Deutschland konnte gerade den 26. Jahrestag seiner Wiedervereinigung feiern. Voller Zuversicht wünschen wir Ihnen, dass es eines Tages gelingen wird, die Einheit Ihrer Heimat in Frieden und Freiheit wieder zu gewinnen.

Wir sind Ihnen zu großem Dank verpflichtet. Das bedeutet, dass wir Ihre Arbeit für eine bessere Welt weiterführen werden!

Herzlichen Dank.

22.09.2016 | Rede Dr. Barbara Hendricks | Hamburg