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27.03.2017

Rede von Dr. Barbara Hendricks zur Eröffnung der 2. PAGE-Ministerkonferenz

Barbara Hendricks am Rednerpult
Rede von Dr. Barbara Hendricks zur Eröffnung der 2. PAGE-Ministerkonferenz

- Es gilt das gesprochene Wort -

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihnen allen ein herzlich Willkommen zur zweiten Ministerkonferenz von PAGE.

Vor rund anderthalb Jahren haben die Vereinten Nationen den in Teilen der Welt zunehmenden nationalen Egoismen ein klares Bekenntnis zur Solidarität und zur Kooperation entgegengesetzt.

Mit der 2030-Agenda und dem Klimaabkommen von Paris treten wir gemeinsam für ein klima- und umweltverträgliches Wachstum ein und für Nachhaltigkeit und Solidarität.

Und auch wenn einem die Schlagzeilen der Weltpolitik manchmal einen anderen Eindruck vermitteln, denke ich, dass etwas in Bewegung geraten ist, was sehr positiv ist.

Das Pariser Abkommen beispielsweise ist innerhalb weniger Monate in Kraft getreten, wo wir dachten, dass wir dafür Jahre bräuchten. Und die Bereitschaft von 44 Staaten, in diesem Sommer dem Hochrangigen Politischen Forum zu Nachhaltiger Entwicklung freiwillig über erste Schritte zur Umsetzung der 2030-Agenda zu berichten, zeugt von einem Gesinnungswandel und davon, dass wir vorankommen.

Die Weltgemeinschaft als Ganzes sieht in Klimaschutz und Nachhaltigkeit immer mehr ein sehr lohnendes Modernisierungsprogramm für Volkswirtschaften, mit positiven Effekten für Wachstum, Beschäftigung, Bildung, soziale Gerechtigkeit und politische Stabilität.

Und immer mehr greift die Erkenntnis um sich, dass menschliches Wohlergehen und Wohlstand, Frieden und Sicherheit nur erreichbar sein werden, wenn wir unsere Wirtschaftsweise grundlegend verändern.

Dafür müssen wir lernen, innerhalb der ökologischen Belastungsgrenzen unserer Erde zu wirtschaften und nicht mehr über unsere Verhältnisse zu leben. Und wir müssen dafür sorgen, dass alle Menschen vom Wirtschaftswachstum profitieren. Umwelt- und Entwicklungsorganisationen sowie Gewerkschaften haben weltweit entscheidend dazu beigetragen, diesen Themen die erforderliche Aufmerksamkeit zu verschaffen. Wenn wir den Wandel schaffen wollen, brauchen wir meines Erachtens eine breite Allianz aus allen Regionen der Welt, aus allen Teilen unserer Gesellschaften – wobei diese Konferenz hier ein gutes Beispiel abgibt. Schon allein Ihr Zusammenkommen hier in Berlin ist für die deutsche G20-Präsidentschaft Rückenwind – wofür ich Ihnen allen sehr dankbar bin!

Denn wir haben uns viel vorgenommen.

Vom bevorstehenden G20-Gipfel in Hamburg soll ein starkes Signal ausgehen. Der unter chinesischer Präsidentschaft beschlossene G20-Aktionsplans soll ein "Hamburg Update" zur 2030-Agenda bekommen, eine Liste gemeinsamer Verpflichtungen der G20-Staaten zur Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele.

Darüber hinaus soll der Gipfel einen Klima- und Energieaktionsplan der G20 beschließen.

Dafür müssen bereits deutlich vor dem Jahr 2020 die Langfriststrategien vorgelegt und vor allem die globalen Finanzflüsse an den Klimazielen des Paris-Abkommens ausgerichtet werden. Das Umlenken großer Finanzströme hin zu nachhaltigen Investitionen, vor allem in Infrastrukturvorhaben, spielt eine zentrale Rolle.

Ich bin der chinesischen Regierung sehr dankbar dafür, dass sie das Thema "Green Finance" während ihrer G20-Präsidentschaft in den Fokus der Finanzminister gerückt hat. Jetzt liegen erste Empfehlungen dazu vor, wie die Fähigkeit des Privatsektors verbessert werden kann, in nachhaltige, "grüne" Projekte zu investieren. Es geht zum Beispiel um gemeinsame Standards für "Green Bonds" oder eine größere Offenheit der Finanzwelt für Klima- und Umweltvorhaben.

Wir möchten im Rahmen unserer G20-Präsidentschaft hier weitere Fortschritte erzielen. Teile des Privatsektors gehen bereits entschlossen voran. Immer mehr Unternehmen ziehen ihre Investitionen aus kohlenstoffintensiven Anlagen ab. Viele Unternehmen übernehmen bereits freiwillig Verantwortung. Die Politik muss sie dabei unterstützen. Investoren, Unternehmen sowie aufgeklärte Verbraucherinnen und Verbraucher verlangen zu Recht mehr Informationen – etwa über die Beachtung von Menschenrechten in der Lieferkette bis hin zur Korruptionsvorsorge und der Achtung von Arbeitnehmerbelangen. Unternehmen, die hier über das gesetzliche Maß hinaus transparent sind, verschaffen sich dadurch auch Wettbewerbsvorteile und Reputation.

Es ermutigt mich sehr, dass immer mehr Staaten die Transformation zu nachhaltigen Volkswirtschaften und Gesellschaften schaffen wollen.

Der positive Impuls von New York und Paris wirkt weiter!

Wir wollen diese Dynamik fördern:

  • Deshalb hat Deutschland gemeinsam mit Marokko während der letzten UN-Klimakonferenz in Marrakesch die "NDC-Partnerschaft", ein Forum für den wichtigen Nord-Süd-Süd-Austausch, ins Leben gerufen, um gezielt Schwellen- und Entwicklungsländer beim Klimaschutz zu unterstützen.
  • Deshalb hat mein Ministerium, gemeinsam mit dem Bundesentwicklungsministerium, das transnationale Netzwerk "Partners for Review" gestartet, um Follow-Up und Umsetzung der Sustainable Development Goals zu unterstützen.
  • Und schließlich wird deshalb mein Ministerium die Arbeit von PAGE mit weiteren 2 Millionen Euro unterstützen, weil nach unserer Überzeugung PAGE einer der zentralen Akteure für den Strukturwandel hin zu sozial- und umwelterträglichem Wachstum geworden ist.

In diesem Sinne, darf ich Ihnen allen eine erfolgreiche Konferenz wünschen. Ich würde mir wünschen, dass uns die PAGE-Ministerkonferenz Rückenwind für wichtige Schwerpunktziele der deutschen G20-Präsidentschaft gibt und freue mich auf Ihre Meinungen und Berichte.

Vielen Dank!

27.03.2017 | Rede Dr. Barbara Hendricks | Berlin