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12.06.2017

Statement von Gunther Adler anlässlich der Online-Pressekonferenz zur Studie "Ressourceneffizienz durch Industrie 4.0"

Porträt von Gunther Adler
Statement von Gunther Adler anlässlich der Online-Pressekonferenz zur Veröffentlichung der Studie "Ressourceneffizienz durch Industrie 4.0" in Berlin

– Es gilt das gesprochene Wort. –

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich freue mich darüber, dass wir Ihnen heute die Studie "Ressourceneffizienz durch Industrie 4.0 – Potenziale für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) des verarbeitenden Gewerbes" vorstellen können. Mein besonderer Dank gilt den mitwirkenden entsprechenden Fachministerien in Baden-Württemberg, Bayern, Herrn Tarek Al-Wazir und Rheinland-Pfalz.

Natürlich möchte ich mich auch bei allen Autoren und Mitwirkenden bedanken, die die Studieninhalte erstellt haben: allen voran Professor Schebek und die TU Darmstadt, das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung sowie das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz.

Mein ganz besonderer Dank gilt dem VDI Zentrum Ressourceneffizienz (VDI ZRE), das die Studie federführend betreut hat.

Meine Damen und Herren,

Digitale Technologien durchdringen in immer stärkerem Maße alle wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereiche. Unternehmen müssen sich dieser digitalen Transformation stellen und sie als Innovationsmotor begreifen. Aus Sicht der Umweltpolitik birgt die Entwicklung hin zu einer Industrie 4.0 dabei viele Chancen, ist aber gleichzeitig mit besonderen Herausforderungen verbunden. Dazu gehört, dass Industrie 4.0 in Deutschland wird nur dann zur Erfolgsgeschichte wird, wenn sie im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtung auch dem Umwelt- und Klimaschutz dient.

Ein großer Hebel für die Steigerung der Ressourceneffizienz im Kontext der digitalen Transformation liegt in der digitalen Produktentwicklung und -planung. Das wird es den Unternehmen zukünftig erlauben, die Ressourceneffizienz eines Produkts über den gesamten Lebensweg vorab zu optimieren.

Gerade für viele – nicht alle – kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind solche Szenarien aber sicherlich noch Zukunftsmusik. Dennoch gehört die digitale Transformation auch in vielen dieser Unternehmen bereits heute zur Realität.

Die Studie, die Ihnen Professor Schebek von der TU Darmstadt gleich im Einzelnen vorstellt, setzt genau hier an.

Die Studie weist – so viel verrate ich vorab – allerdings auch auf einige Herausforderungen hin, die wir aus Sicht der Umweltpolitik berücksichtigen müssen. Auf dem Weg hin zur Industrie 4.0 muss die digitale Infrastruktur in Deutschland umfassend ausgebaut werden, das heißt die digitale Transformation benötigt auch selbst Ressourcen.

In der aktuellen Fortschreibung des Deutschen Ressourceneffizienzprogramms (ProgRess II), das im vergangenen Jahr verabschiedet wurde, haben wir diese Aspekte daher konkret adressiert. Damit soll dazu beitragen werden, eine nachhaltige Rohstoffbasis zu sichern, den Ausbau der Kreislaufwirtschaft ressourceneffizient zu gestalten, und die Ressourceneffizienz von Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) zu verbessern.

Wir stehen mit den KMU insgesamt aber noch am Anfang der digitalen Transformation. Das mögen andere als rückständig empfinden. Wir erkennen aber die damit verbunden Herausforderungen für die Unternehmen, es von Anfang an richtig zu machen. Das ermöglicht es uns, Industrie 4.0 von Anfang an auch ressourceneffizient zu denken. Hinzu kommt der erfreuliche Nebeneffekt, die Wettbewerbsposition der GreenTech-Branche in Deutschland stärken zu können. Das bestätigt uns jedenfalls eine von meinem Haus in Auftrag gegebene Studie von Roland Berger, die prognostiziert, dass durch die digitale Transformation 20 Milliarden Euro zusätzliches Marktvolumen im Jahr 2025 erzeugt werden. Das entspricht in etwa drei Prozent des insgesamt prognostizierten Marktvolumens.

All das zeigt: Wenn wir bei der digitalen Transformation frühzeitig an den richtigen Stellschrauben ansetzen, können wir dazu beitragen, die digitale Transformation zu einem wichtigen Treiber für eine ressourceneffizientere, umweltschonende und vor allem auch international wettbewerbsfähigere Wirtschaft zu entwickeln.

Vielen Dank.

12.06.2017 | Rede Gunther Adler | Berlin