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Internationale Zusammenarbeit zum Emissionshandel

Das europäische Emissionshandelssystem (EU-ETS) umfasst 31 Länder jeweils mit unterschiedlichen Vermeidungsmöglichkeiten und Vermeidungskosten und einem anders gearteten wirtschaftlichen Hintergrund. Der Preis für Kohlenstoff ist durch den Emissionshandel jedoch in allen Ländern derselbe. Insgesamt werden die Emissionsminderungen in den vom Emissionshandel erfassten Sektoren dadurch kosteneffizient erreicht, weil durch die Handelbarkeit der Zertifikate die Vermeidung dort erfolgt, wo sie am kostengünstigsten ist.

Was in Europa gelungen ist, könnte auch global funktionieren. Auch andere Länder sowie Bundesstaaten, Provinzen und Städte nutzen den Emissionshandel zur Minderung von Treibhausgasemissionen. Beispiele sind Neuseeland, Tokio, Korea (ab 2015), Kalifornien und sieben Pilotregionen in der Volksrepublik China. Würden diese Systeme durch sogenannte Linking-Verträge verknüpft, kann Schritt-für-Schritt ein globaler Kohlenstoffmarkt entstehen. Damit kann Klimaschutz effizient, flexibel und ohne Wettbewerbsverzerrungen für internationale Unternehmen erreicht werden. Um diese Vision eines globalen Kohlenstoffmarktes zu verwirklichen, unterstützt die Bundesregierung Schwellenländer und Entwicklungsländer mit dem Aufbau von Emissionshandelssystemen. Deutschland ist das Land mit dem größten Anteil an Emissionen im EU-ETS und Standort für Industrieunternehmen unterschiedlicher Branchen. Dadurch sind die Erfahrungen, die Deutschland bei der nationalen Umsetzung des Europäischen Emissionshandels gewonnen hat, gerade auch für Schwellenländer und Entwicklungsländer von großer Bedeutung. Das Bundesumweltministerium unterstützt ausgesuchte Länder durch Projekte innerhalb der Internationalen Klimaschutzinitiative sowie durch Maßnahmen innerhalb des Projekts "Capacity Building Emissionshandel zur Unterstützung der bilateralen Zusammenarbeit".

Zur bilateralen Unterstützung von Ländern stehen folgende Formate zur Verfügung:

  • Workshops mit deutschen Experten in Zusammenarbeit mit Ministerien und Organisationen vor Ort in interessierten Ländern,
  • Delegationsreisen in interessierte Länder um den politischen Entscheidungsprozess im Land zu unterstützen,
  • Studienreisen ausländischer Experten zu einschlägigen Organisationen wie zum Beispiel der Deutschen Emissionshandelsstelle in Deutschland,
  • Gezielte Beratungen durch Experten für Staaten, die sich für die Einführung eines Emissionshandelssystems entschieden haben.

Daneben beteiligt sich Deutschland an internationalen Foren, die sich mit den Themen Emissionshandel, Verknüpfung von Emissionshandelssystemen und den flexiblen Mechanismen des Kyoto-Protokolls Clean Development Mechanism (CDM) und Joint Implementation (JI) befassen. Ein Beispiel ist die "International Carbon Action Partnership" (ICAP), eine Initiative zur Harmonisierung und perspektivischen Verknüpfung von Emissionshandelssystemen. Zudem ist Deutschland Mitglied in der multilateralen "Partnership for Market Readiness", die Entwicklungsländer und Schwellenländer sowie Transformationsstaaten durch politischen Dialog und technische Unterstützung bei der Entwicklung und Einführung von neuen Kohlenstoffmarktinstrumenten unterstützt.