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Verpflichtungsperioden

1. Verpflichtungsperiode (2008 bis 2012)

Auf der Vertragsstaatenkonferenz in Kyoto legten die Staaten fest, dass die erste Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls von 2008 bis 2012 dauern soll. Die im Annex B des Protokolls verzeichneten Industriestaaten verpflichteten sich, in diesem Zeitraum ihre Treibhausgasemissionen insgesamt um mindestens fünf Prozent gegenüber den Emissionen des Jahres 1990 zu senken. Die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten verpflichteten sich in diesem Zeitraum zu einer Reduzierung ihrer Emissionen um insgesamt acht Prozent gegenüber 1990. Im Rahmen des EU-internen Lastenverteilungsverfahrens wurde dieses Gesamtziel individuell auf die damals noch 15 EU-Mitgliedstaaten aufgeteilt, wobei Deutschland sich dazu verpflichtete, insgesamt 21 Prozent weniger Treibhausgase zu emittieren. Laut Berechnungen der Europäischen Umweltagentur sind die Gesamtemissionen in den damals 15 EU-Ländern im Zeitraum 2008 bis 2012 um durchschnittlich 11,7 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 zurückgegangen. Damit hat die EU ihr acht-Prozent-Ziel deutlich übertroffen. Auch Deutschland konnte sein Ziel übererfüllen. Im Durchschnitt der Jahre 2008 bis 2012 hat die Bundesrepublik ihre Emissionen um 23,6 Prozent gegenüber 1990 reduziert.

Formal haben die unter Annex-B des Kyoto-Protokolls gelisteten Staaten (ohne USA und Kanada) ihre Versprechen eingehalten: Die Emissionen sind im Vergleich zu 1990 um mehr als 20 Prozent zurückgegangen (siehe Link zum UNFCCC). Das ursprünglich anvisierte Reduktionsziel von fünf Prozent wurde somit übererfüllt. Allerdings können die erzielten Emissionsreduktionen nicht ausschließlich auf das Kyoto-Protokoll zurückgeführt werden. Befördert wurde der Rückgang der Emissionen auch durch historische Ereignisse wie den Zusammenbruch der Industrieproduktion in den ehemaligen Staaten des Ostblocks zu Beginn der 1990er Jahre sowie durch die 2008 einsetzende globale Finanzkrise. Weltweit zeigt der Emissionstrend jedoch in eine andere Richtung: Bis 2010 ist der globale Treibhausgasausstoß um rund 29 Prozent gegenüber 1990 angestiegen. Dafür verantwortlich sind neben einigen Industrieländern insbesondere sich rasch entwickelnde Schwellenländer wie China und Indien, denen es zunehmend schwerer fällt, den CO2-Ausstoß ihrer boomenden Wirtschaften in den Griff zu bekommen. 

2. Verpflichtungsperiode (2013 bis 2020)

Nach mehrjährigen Verhandlungsrunden einigten sich die Vertragsstaaten auf der Klimakonferenz in Doha, Katar (COP 18/CMP 8) auf eine Verlängerung des Kyoto-Protokolls bis 2020. In diesem Rahmen verpflichteten sich die Annex B-Länder dazu, ihre Emissionen bis 2020 um insgesamt 18 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren. Die Europäische Union hat sich zu einer Verringerung ihrer Emissionen um 20 Prozent verpflichtet.

Die wichtigsten Änderungen auf einem Blick

  • Da die für die zweite Verpflichtungsperiode vereinbarten Emissionsreduktionsziele unbestritten unzureichend sind, wurde ein "Ambitionsmechanismus" vereinbart, der es erlaubt, die Emissionsziele während der Verpflichtungsperiode zu verschärfen, ohne das langwierige Vertragsänderungsverfahren zu durchlaufen. Ein Industrieland kann eine Verschärfung seines eigenen Ziels vorschlagen und dieses tritt automatisch nach Annahme durch die Vertragsstaatenkonferenz in Kraft.
  • Durch eine Änderung des Artikels 3.7 Kyoto-Protokoll wird darüber hinaus sichergestellt, dass die Generierung von neuem Überschuss an Emissionszertifikaten in der zweiten Verpflichtungsperiode verringert wird. So werden Emissionszertifikate automatisch gelöscht, falls das Emissionsbudget der zweiten Verpflichtungsperiode die durchschnittlichen Emissionen aus den ersten drei Jahren der ersten Verpflichtungsperiode (2008 bis 2010) multipliziert mit acht übersteigt.
  • Zudem werden überschüssige Emissionszertifikate aus der ersten Verpflichtungsperiode in eine sogenannte "Previous Period Surplus Reserve" (PPSR) überführt, aus der sich die Annex B-Staaten nur bedienen können, falls sie ihr Ziel aus der zweiten Verpflichtungsperiode verfehlen. Damit soll sicher gestellt werden, dass am Ende der zweiten Verpflichtungsperiode die überschüssigen Emissionszertifikate aus der ersten Verpflichtungsperiode nicht automatisch in eine (allerdings sehr unwahrscheinliche) dritte Verpflichtungsperiode oder in ein Folgeabkommen übergehen.
  • Neuseeland, Japan und Russland haben entschieden, an der zweiten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls nicht mehr teilzunehmen. Damit belaufen sich die CO2-Emissionen der Teilnehmerstaaten auf knapp 15 Prozent der globalen Emissionen.

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