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Wale und Delfine

springender Buckelwal

Die Säugerordnung "Cetacea" (Wale und Delfine) wird in die Plankton und andere Kleinlebewesen fressenden Bartenwale (Mysticeti) und in die fischfressenden Zahnwale (Odontoceti) unterteilt.

Unter Kleinwalen werden alle Zahnwale – also auch Delfine – mit Ausnahme des maximal 16 bis 18 Meter großen Pottwals verstanden. Letzterer fällt unter die Großwale, zu denen ansonsten sämtliche Bartenwale zählen. So auch der in der deutschen Nordsee vorkommende circa sechs bis 9,5 Meter große Zwergwal.

Der Schutz der Wale und Delfine wird von folgenden multilateralen Umweltabkommen wahrgenommen:

Das Internationale Übereinkommen zur Regelung des Walfangs (International Convention for the Regulation of Whaling) vom 2. Dezember 1946 ist die internationale Grundlage des Walfangs von Großwalen, also sämtlichen Bartenwalen und dem Pottwal. Eine mit dem Übereinkommen eingesetzte Internationale Walfangkommission (IWC für "International Whaling Commission") regelt seit dem Inkrafttreten des Abkommens die Fragen des Walfangs beziehungsweise Walschutzes. Zum Schutz der Wale wurde dort 1986 ein weltweites Walfang-Moratorium entschieden, das weiterhin gültig ist. Ausnahmen sind nur für die traditionell vom Walfang lebenden indigenen Völker und für wissenschaftliche Zwecke zulässig. Für Staaten, die – wie zum Beispiel Kanada – nicht zur IWC gehören, beziehungsweise Einspruch gegen das Moratorium erhoben haben (so Norwegen), greift das Moratorium nicht. Innerhalb der deutschen Bundesregierung liegt die Federführung für die IWC in den Händen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).

Der Schutz der Kleinwale und Delfine fällt in die Zuständigkeit des Bundesumweltministeriums (BMUB) beziehungsweise des zugehörigen Bundesamtes für Naturschutz (BfN), soweit nicht innerhalb der Küstengewässer innerhalb der zwölf Seemeilenzone oder in den Fluß-Ästuaren, in denen sich auch Schweinswale finden, Länderzuständigkeiten betroffen sind.

Innerhalb der Bonner Konvention zum Schutz wandernder wildlebender Tierarten vom 23. Juni 1979 (CMS) sind "wandernde" Wal- und Delfinarten aufgeführt. Unter dem Dach von CMS wurden auch folgende Regionalabkommen zum Schutz von Walen und Delfinen beschlossen:

  • Das europäische Kleinwalschutzabkommen "ASCOBANS" (Agreement on the Conservation of Small Cetaceans of the Baltic, North East Atlantic, Irish and North Seas) von 1992 (novelliert 2003 mit Inkrafttreten der Novelle am 3. Februar 2008)
  • Das Walschutzabkommen ACCOBAMS (Agreement on the Conservation of Cetaceans of the Black Sea, Mediterranean Sea and contiguous Atlantic area)
  • Die Absichtserklärung zum Schutz von Meeressäugern Westafrikas und der makaronesischen Inselgruppen (Memorandum of Understanding concerning the conservation of the Manatee and Small Cetaceans of western Africa and Macaronesia

Die Fauna-Flora-Habitatrichtlinie führt in ihrem Anhang IV sämtliche Delfin- und Walarten als europäisch geschützte Arten im Einklang mit Artikel 12 ff. der FFH-Richtlinie auf.

Unter CITES sind auch Wale und Delfine geschützt. So sind alle großen Walarten in Anhang I, alle übrigen Walarten und die meisten Delfinarten in Anhang II CITES gelistet.