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Nationaler Artenschutz

Rote Listen

Rote Listen gefährdeter Arten werden seit 1966 von der International Union for the Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN), einer weltweit tätigen Naturschutzorganisation mit Sitz in Gland (Schweiz) zu den weltweit gefährdeten Tier- und Pflanzen-Arten veröffentlicht und sind seit einigen Jahren auch jährlich aktualisiert im Internet einsehbar. Auch einzelne Staaten und die Bundesländer geben entsprechende Listen heraus und auch für großräumige staatenübergreifende Regionen wie zum Beispiel für Europa oder für den Ostseeraum wurden "Rote Listen" erstellt. Diese werden international auch als "Rote Bücher" bezeichnet.

Rote Listen gefährdeter Tier-, Pflanzen- und Pilzarten Deutschlands wurden erstmalig 1996 und 1998 herausgegeben. Sie werden seither ständig überarbeitet und aktualisiert. So wurde am 6. Oktober 2009 in Berlin die "Rote Liste der gefährdeten Wirbeltiere Deutschlands, Band 1: Wirbeltiere" vorgestellt. Sie wird in einem Turnus von zehn Jahren unter Federführung des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) zusammen mit zahlreichen ehrenamtlichen Expertinnen und Experten erarbeitet. Ferner wurde 2011 der Band 3 "Wirbellose Tiere, Teil 1" und Band 6 Teil 2: Flechten und Myxomyceten herausgegeben. Die Veröffentlichung der aktualisierten Roten Liste für die Meeresorganismen Deutschlands ist 2014 erfolgt. Die Herausgabe eines weiteren Bandes der Roten Listen zu weiteren "Wirbellosen Gruppen" ist für 2015 geplant.

Die Gefährdung von Tier- und Pflanzenarten wird durch die Einstufung in Rote-Liste-Kategorien wiedergegeben. Dabei bedeuten (nach der Roten Liste gefährdeter Pflanzen Deutschlands des Bundesamtes für Naturschutz 1996):

KürzelKategorie
0ausgestorben oder verschollen
1vom Aussterben bedroht
2stark gefährdet
3gefährdet
Rextrem selten
GGefährdung unbekannten Ausmaßes
DDaten unzureichend
VVorwarnliste
*Ungefährdet
-Kein Nachweis oder nicht etabliert
#Nicht bewertet

Die Rote Liste zum Gefährdungsgrad der Säugetiere, Brutvögel, Kriechtiere, Lurche und Süßwasserfische vermittelt ein Bild eines Ausschnittes der biologischen Vielfalt in Deutschland und gibt damit Hinweise auf Erfolge aber auch Misserfolge im Bereich des nationalen Artenschutzes. Gleichzeitig trägt sie aber auch dazu bei, den Gefährdungsgrad der heimischen Flora und Faune einer breiten Öffentlichkeit verständlich zu machen und stellt damit ein wichtiges Instrument zur Förderung der öffentlichen Umweltbewusstseinsbildung dar.

Die Rote Liste erfüllt eine Reihe von weiteren Zwecken. Dies sind insbesondere die Information der Öffentlichkeit über die aktuelle Gefährdungssituation der Arten, Argumentationshilfen für raum- und umweltrelevante Planungen, Datenquellen für gesetzgeberische Maßnahmen und für die Erstellung der internationalen Roten Listen sowie die Stärkung des politischen Stellenwertes des Natur- und Artenschutzes. Im Rahmen der CDB, des 2010-Ziels der europäischen Union und der nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt, dient die "Rote Liste" dazu, zu erkennen und festzulegen, welche Maßnahmen Deutschland im nationalen und internationalen (grenzüberschreitenden) Artenschutz zu ergreifen hat, um negative Tendenzen im Bereich der Tier- und Pflanzenarten umzukehren.