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Waldschutz international

Der Zustand der Wälder weltweit gibt weiterhin Anlass zur Sorge. 31 Prozent der Landoberfläche der Erde ist bewaldet, das sind circa vier Milliarden Hektar. Die Biodiversität der globalen Wälder nimmt durch die fortschreitende Entwaldung rapide ab (etwa 70 Prozent der Arten weltweit leben in den sogenannten Megadiversitätsländern der Tropen und Subtropen und hier in erster Linie in den artenreichen Tropenwäldern). Die Zerstörung der natürlichen Waldökosysteme führt deshalb zu einem unwiederbringlichen Verlust von Arten - unserer genetischen Festplatte -, zu erheblichem Verlust der produktiven Böden, Absenkung des Grundwasserspiegels und ernsten Wasserverknappung (insbesondere Trinkwasser) und schlussendlich zu regionaler Armut und Hunger durch den Verlust dieser Lebensgrundlagen. Der Großteil der Entwaldung findet in den Tropen und Subtropen statt, aber auch im borealen Raum (Russland, Kanada) gibt es bedeutende Waldverluste. Der jährliche globale Waldverlust liegt - laut FAO Waldbericht 2010 – immer noch bei circa 13 Millionen Hektar (eine Fläche etwa so groß wie ganz Nicaragua oder Griechenland).

Im internationalen Wald- und Klimaschutz spielt vor allem auch die CO2-Senkenfunktion des Waldes eine herausragende Rolle. Dieses Bewusstsein fließt immer deutlicher in die Klimarahmenkonvention (UNFCCC ) und dort insbesondere über den REDD+ -Mechanismus (Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation = Reduktionen von Emissionen aus Entwaldung und Walddegradierung) ein. Untrennbar damit verbunden ist die Rolle und die Bedrohung insbesondere der Tropenwälder als globale Hotspots der biologischen Vielfalt. Dies ist der Fokus der Biodiversitätskonvention (CBD). REDD+ und die Projekte der IKI (Internationale Klima-Initiative) versuchen, diese Aspekte integrativ zu behandeln. Globale Partnerschaften zwischen Staaten, die die Wirtschaft und die Bevölkerung vor Ort einbeziehen, insbesondere auch zum Wiederaufbau von Wäldern, werden immer wichtiger. Informationen über entsprechende Strategien und Maßnahmen finden Sie im Folgenden.

Initiativen und Prozesse zum Waldschutz auf europäischer und internationaler Ebene

Bonn Challenge

Bonn Challenge

Mit der "Bonn Challenge" wurde im Jahr 2011 in Zusammenarbeit zwischen Bundesumweltministerium und Internationaler Naturschutzunion (IUCN) für den Wiederaufbau von Wäldern auf Landschaftsebene (Forest Landscape Restoration) eine international anerkannte weltweite Aktionsplattform mit dem Ziel geschaffen, 150 Millionen Hektar Wälder weltweit bis zum Jahr 2020 wieder aufzubauen oder die dafür notwendigen nationalen Prozesse begonnen zu haben. Dieses Ziel wurde im Mai 2017 – weit vor dem eigentlichen Zielhorizont – erreicht . Mit seiner Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) fördert das Bundesumweltministerium deshalb auch ganz gezielt den Wiederaufbau von Wäldern und unterstützt darüber die nationalen Entwicklungen von hierfür notwendigen Politik- und Planungsinstrumenten sowie neue und kreative Geschäftsmodelle.


New Yorker Walderklärung

New Yorker Walderklärung

Die Bundesregierung unterstützt die New Yorker Walderklärung, die auf dem Ban Ki-Moon Klimasondergipfel am 23. September 2014 von über 190 Regierungen, Unternehmen, zivilgesellschaftlichen und indigenen Organisationen unterschrieben wurde. Darin wird angestrebt, die Entwaldung bis 2020 zu halbieren und bis 2030 vollständig zu beenden. Auch das Ziel der Bonn Challenge wird bestätigt, 150 Millionen Hektar Wald bis 2020 wieder herzustellen, und weitere 200 Millionen Hektar bis 2030 werden angestrebt, sodass bis 2030 insgesamt 350 Millionen Hektar Wald wiederaufgebaut werden. 


UNFF

UNFF

Das Waldforum der Vereinten Nationen (UNFF) hat als Hauptaufgabe die Förderung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung weltweit. Dabei steht die Förderung von mehr Kohärenz zwischen den zahlreichen, zum Teil konkurrierenden waldrelevanten Prozessen und Organisationen auf internationaler Ebene im Vordergrund. Im Januar 2017 wurde ein "Strategischer Plan der Vereinten Nationen für Wälder" 2017 – 2030 beschlossen, der erstmals einen gemeinsamen Referenzrahmen für die gesamten VN sowie alle weiteren internationalen Akteure bietet. Zudem soll im Zuge der Umsetzung eine enge Anbindung an die Agenda 2030 erfolgen. Dies verdeutlichen auch die darin enthaltenen globalen Waldziele mit ihren Unterzielen


Verringerung von Emissionen aus Entwaldung und Walddegradierung in Entwicklungsländern (REDD+)

Verringerung von Emissionen aus Entwaldung und Walddegradierung in Entwicklungsländern (REDD+)

Unter der Klimarahmenkonvention sind Regelungen zur Reduzierung von Emissionen aus Entwaldung und zerstörerischer Waldnutzung (REDD +) erarbeitet worden, die Entwicklungsländer dabei unterstützen, die Funktion des Waldes als Kohlenstoffsenke zu erhalten und darüber hinaus noch auszubauen. Hierzu wurden in Cancún 2010 soziale und ökologische Schutzklauseln vereinbart und 2013 die methodischen Voraussetzungen für leistungsorientierte Zahlungen im Warschauer Rahmenwerk für REDD+ geklärt und damit der Weg in eine nationale Umsetzung von REDD+ geebnet. REDD+ kann einen wichtigen Beitrag zum Wald- und Klimaschutz weltweit und zur Klimaneutralität in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts leisten, dies würdigt auch Artikel 5 des Pariser Klimaabkommens.

Die Bundesregierung unterstützt Entwicklungs- und Schwellenländer dabei, geeignete rechtliche, finanzielle und institutionelle Rahmenbedingungen zu setzen, um Wälder zu erhalten und wiederaufzubauen. Auf dem Klimagipfel in Paris 2015 hat Deutschland angekündigt, gemeinsam mit Norwegen und dem Vereinigten Königreich bis zum Jahr 2020 5 Milliarden US Dollar für effektive Waldschutzprogramme zur Verfügung zu stellen. Das BMUB unterstützt über die Internationale Klimaschutzinitiative REDD+ und den Erhalt und Wiederaufbau von natürlichen Kohlenstoffsenken.


Europäische Forststrategie

Europäische Forststrategie

Durch die Verpflichtungen aus der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung im Jahr 1992 (UNCED), weiteren Folgekonferenzen und der Forstministerkonferenzen zum Schutz der Wälder in Europa (FOREST EUROPE), hat die Europäische Kommission 1998 durch eine Forststrategie mehrere Arbeitsschwerpunkte zur Förderung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung in Europa festgelegt. Ein Aktionsplan sollte die Ziele dieser Strategie 2007 bis 2011 umsetzen. 2013 wurde, angesichts der erheblichen Veränderung gesellschaftlicher und politischer Ansprüche, von der Europäischen Kommission eine neue Forststrategie ausgearbeitet. Dabei wurden zehn miteinander verknüpfte Schwerpunktbereiche für die europäische Holz- und Forstwirtschaft hervorgehoben.


EU-FLEGT-Verordnung

EU-FLEGT-Verordnung

Die EU-FLEGT-Verordnung (FLEGT = Forest Law Enforcement, Governance and Trade) regelt die nationalen Kontrollen von Holzeinfuhren aus Ländern, die mit der EU Partnerschaftsabkommen gegen den illegalen Holzeinschlag geschlossen haben (EU-Verordnung 2173/2005). Entsprechende Abkommen wurden bislang mit sechs Tropenländern ausgehandelt. Im Rahmen dieser Abkommen richten die Partnerländer ein Genehmigungs- und Lizenzsystem ein, um so zu gewährleisten, dass nur legal eingeschlagenes Holz in die EU exportiert wird. Im Gegenzug erhalten sie direkte Unterstützung bei der Verbesserung ihrer Kapazitäten in den Bereichen Waldbewirtschaftung und Rechtsdurchsetzung und einen erleichterten Zugang zum EU-Markt durch Bestimmungen der EU-Holzhandels-Verordnung. Als erstes Land hat Indonesien dieses System in die Praxis umgesetzt. Seit dem 15. November 2016 müssen Holzprodukte aus Indonesien für eine Einfuhr in die EU von FLEGT-Lizenzen begleitet werden. Das Lizenzsystem wird unabhängig und streng überwacht, sodass die entsprechenden Produkte im Rahmen der EU-Holzhandels-Verordnung keine weiteren Nachweise der Legalität benötigen.